Bundesregierung erklärt den Anspruch auf Klopapier zum unveräußerlichen Menschenrecht in Deutschland.

Am ersten April 2020 berät die Bundesregierung zum ersten Mal über eine fundamentale Änderung des Grundgesetzes. Was sich zunächst nach einem Aprilscherz anhörte, entpuppt sich jedoch als durchdachtes Vorhaben, denn nach den Ereignissen der letzten Wochen sei eine unabhängige Beobachtungskommission des regierungsnahen Robert-Koch-Instituts zu dem Schluss gekommen, dass der freie Zugang zu Toilettenpapier ein wesentlicher Bestandteil deutscher Kultur und deutschen Selbstverständnisses ist, das auch im Katastrophenfall nicht beeinträchtigt werden darf. Marktanalysen und Umfragen während der Corona-Arrest-Phase (Diese wurden selbstverständlich mit Mundschutz und vorgeschriebenem Abstand durchgeführt) haben ergeben, dass mehr als siebzig Prozent der Bevölkerung sich erheblich verunsichert fühlen, wenn die Regale mit dem Toilettenpapier leer sind. Rund zwanzig Prozent berichten zudem von Panikzuständen aufgrund des Mangels an Toilettenpapier.
„Es kann einfach nicht angehen, dass manche Leute morgens vor dem Supermarkt warten, bis der aufmacht, und dann die frische Lieferung Toilettenpapier komplett aufkaufen! Das ist kriminell und muss von Staatsseite unterbunden werden!“, beschwerte sich eine Berlinerin in einem Brief an die Polizei; einer von tausenden Briefen, die in den vergangenen Wochen bei der Polizei überall in Deutschland eintrafen.
Der Polizeisprecher gibt auf mehrere Nachfragen hin zu, dass es trotz der Abgabebeschränkung der Supermärkte nicht selten zu kompletten Aufkaufaktionen käme. Kinderstarke Familienklans würden dabei zu zwanzigst in den Laden gehen und die Vorräte vollständig mitnehmen, ehe andere Bürger die Chance hätten, auch etwas abzubekommen.
„Wir beobachten die Entwicklungen mit Besorgnis. Kinderlose und Alleinstehende sind dadurch deutlich im Nachteil, und das lässt sich nicht mit dem Grundgesetz vereinbaren.“, erklärt der Polizeisprecher. Gewalt sei vorprogrammiert und daher spreche sich die Polizeigewerkschaft in jedem Fall für eine baldige Gesetzesänderung aus.
Der Passus im Artikel 2 des Grundgesetzes „Die Freiheit der Person ist unverletzlich“ würde dann gestrichen werden und durch das Recht auf Klopapier ersetzt werden, über den genauen Wortlaut debattiert aktuell ein Expertengremium.
Nachfragen bei der Bundesregierung haben ergeben, dass aus den Analysen der RKI-Kommission eindeutig hervorgehe, dass der überwiegenden Mehrheit in Deutschland die Freiheit nicht so wichtig ist, wie die Versorgung mit Klopapier, daher sieht das Gesetz vor, die Verteilung von Toilettenpapier zukünftig in die Hände der Bundeswehr zu legen. Um die Kosten bezüglich Verwaltung- und Verteilungslogistik zu stemmen, würde eine geringfügige, jedoch verpflichtende Toilettenpapierabgabe erhoben, die im Vergleich zu anderen Zwangssteuern wie beispielweise den Rundfunkgebühren jedoch moderat ausfallen werde. Das neue Gesetz soll sicherstellen, dass die ununterbrochene Versorgung aller deutschen Haushalte und öffentlichen Einrichtungen nicht nur im Krisenfall gewährleistet ist.
Für die Berechnung des durchschnittlichen Bedarfs führt das Robert-Koch-Institut aktuell Studien durch.
„Natürlich wird der Einzelhandel auch zukünftig noch Toilettenpapier verkaufen, aber solche Szenarien wie wir sie in der gegenwärtigen Krise erleben, wird es dann in Zukunft nicht mehr geben“, verspricht die Behörde. „Für jeden Deutschen soll der Gang zur Toilette auch zukünftig ein normaler Vorgang sein, das ist schließlich das mindeste, was man von einer Demokratie erwarten kann.“
Damit bleibt zum Ende festzustellen, dass egal welche Scheiße uns in Zukunft noch zugemutet wird, einen Mangel an Klopapier werden wir nicht zu beklagen haben.

Zum Grundgesetz

Von Limarå Hèymdai

Autorin, Künstlerin & Systemkritikerin - www.Limara.net

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