Es ist eine der höchsten Summe, die jemals in der Geschichte des Urheberrechts für einen Namen oder eine Wortkombination gezahlt wurde. Der riesige Internetwarenhaus Amazon lässt den Begriff NWO markenrechtlich schützen und gewinnt damit das finanzielle Wettrennen vor der Rockefeller Foundation und dem Council of Foreign Relations, die ebenfalls versucht hatten, die „New World Order“ (zu dts Neue Weltordnung) für sich zu beanspruchen.

Der vor dem Internationalen Gerichtshof für Markenrecht geführte Prozess lief über zwei Jahre und kam nun ohne die Option auf Berufung zu einem finalen Ergebnis: Die Richter und Sachverständigen waren zum Schluss einstimmig der Ansicht, dass der Monopolist Amazon die relevantesten Gründe für eine Beanspruchung der Begriffs vorlegen konnte.

In der Lesart Amazons bezeichnet die New World Order, ein neuartiges weltweites Liefersystem, dass es jedem Menschen – egal ob er nun in Manhattan New York oder in einem Bergdorf in Chile lebt – ermöglicht, eine Bestellung binnen 24 Stunden zu erhalten.

Eine Unternehmenssprecherin erklärt, dass man sehr lange nach einem passenden Begriff für diese neue Dimension des Onlinebestellens gesucht habe. Sie bestätigt im Interview auch die Vermutung, dass das neue System mittels intelligenter Drohnen arbeiten werde.
„Drohnen jedoch haben einen schlechten Ruf, vor allem im Nahen Osten, daher haben wir Ideen wie NDO, New Drone Order, oder NDD New Drone Delivery schnell wieder verworfen. Auch freundlichere Begriffe wie YDDS – Your Daily Drone Service, kamen uns nach einer Weile holperig vor. Der Begriff NWO hingegen ist weithin akzeptiert. Er vermittelt etwas verbindendes, welteinheitliches und die einzigen, die damit Schwierigkeiten haben, sind die Verschwörungstheoretiker, die jedoch in der Mehrheit ohnehin keine Amazon-Kunden sind, da sie die Geschäftspraktiken unseres Unternehmens ablehnen.

Die Konkurrenten konnten weniger überzeugende Gründe für die Beanspruchung der Wortfolge vorweisen. Für den Council of Foreign Relations und die Rockefeller Stiftung umfasst die NWO eine mehr oder minder greifbare Idee von globaler Herrschaft und Dominanz durch die Finanzelite. Dieses eher undurchschaubare und menschenfeindliche Konzept wies die Behörde als schwer definierbar zurück. Um eine Marke anzumelden, müssen der Wirkbereich und die Kriterien, um sie von anderen Marken abzugrenzen, eindeutig umrissen sein, damit man sich im Falle von Klagen hinsichtlich Urheberrechtsverletzungen auf eindeutige Punkte beziehen kann, damit Gerichtsverfahren schnell und effizient für alle Beteiligten ablaufen.

Bei der globalen Dominanz und der umfassenden Kontrolle und Überwachung der Menschen sei viel zu unklar, wie weit der Einflussbereich und die Machtstrukturen wirklich reichen, ein Netz von Lobbyismus, Bestechung und Erpressung mache es nahezu unmöglich, die Grenzen des Wirkbereiches klar festzustellen. Gerichtsverfahren könnten sich auf einer solchen Basis bis in die Ewigkeit hinziehen, was unbedingt vermieden werden sollte.

Die Anmeldung des Begriffs NWO, so wie seiner langen Form New World Order auf den Besitzer Amazon war daher die logischste Lösung in dieser Angelegenheit, denn eine Drohne, die einem Bürger die bestellten Knabberein punktgenau zum Acht-Uhr-Film nach Hause liefert, ist etwas sehr anschauliches und praktisches.

Amazon ließ sich das Recht, sein neues Versandsystem mit NWO zu benennen, stolze 666 Millionen Dollar kosten, dementsprechend hoch ist nun der Druck, dass sich das Konzept bewährt und die Ausgaben, die es bereits vor seiner Einführung verursacht hat, wieder einspielt.
Die Unternehmenssprecherin dazu: „Das Problem ist, dass man Mitarbeiter nur bis zu einem gewissen Grad ausbeuten kann. Wenn wir unsere Angestellten so schlecht bezahlen, dass sie sich ihre Miete nicht mehr leisten können, ist das nicht effektiv, denn wenn diese Leute dann am Essen sparen, versterben sie frühzeitig und das Einstellen und Einweisen neuer Arbeitskräfte kostet uns Millionen.“

Die Geschäftsführung von Amazon befindet sich bereits in Gesprächen mit verschiedenen Regierungen und Regimen, die gegebenenfalls Interesse an weiter gefassten Dienstleistungen durch die Drohnenflotte haben. Besonders die größeren Drohnen, die Gewichte von bis zu hundert Kilo in der Lage sind zu transportieren, bieten rentable Möglichkeiten. Sie werden voraussichtlich nicht voll ausgelastet sein, da nicht jeder andauernd neue Waschmaschinen oder Kaminöfen bestellt.

Denkbar wären beispielsweise das Aufgreifen von terrorverdächtigen Subjekten und deren Überführung direkt in eine Strafvollzugsanstalt oder zur Polizei, auch der Transport von Impfunwilligen zur nächsten Uniklinik wäre möglich, Pfändungen und Hausdurchsuchungen via Drohne sind ebenfalls denkbar. Welche zusätzlichen Aufgaben es im Endeffekt sein werden, die Drohnen für externe Auftraggeber übernehmen, ist aktuell Inhalt geheimer Beratungen; überlegt wird auch, ob Dienstleistungen, die diesen Anwendungsbereich umfassen, über das Amazonbestellsystem abgewickelt werden sollen.

Nach dem Gerichtsurteil wird das Unternehmen Amazon zukünftig das Einzige sein, das sich des Begriffs NWO bedienen darf. Ambitionierte Sprecher wie J.W. Bush würden in Zukuft mit exorbitanten Bußgeldern zu rechnen haben, wenn sie den Begriff der New World Order verwenden. Auch die Nutzung der Wortfolge im Bereich Entertainment wird zu erheblichen Geldstrafen führen. Die wird man in Zukunft dann direkt bei der NWO-Drohne bezahlen können, denn diese sind mit einem Kartenlesegerät und einem Chipscanner ausgestattet.

Von Limarå Hèymdai

Autorin, Künstlerin & Systemkritikerin - www.Limara.net

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