Wissenschaft entfacht kontroverse Debatte im Gesundheitssektor, denn laut der wöchentlich vom RKI herausgegebenen Zahlen zu den Entwicklungen der Lungenerkrankungen in Deutschland lässt sich feststellen, dass die Zahlen der gemeldeten Erkrankungen im Bereich Lungenbeschwerden und Lungenbeschwerden mit Fieber seit über einer Woche deutlich rückläufig sind – so rückläufig wie lange nicht!

„Man kann die Kurve praktisch als freien Fall Richtung Null beschreien“, erklärt uns Reinhard Bogen vom statistischen Service Niederheim in einem telefonischen Interview. „Wenn das so weitergeht, dann haben wir laut Statistik bald keine Lungenkranken mehr. Ganz offensichtlich sind die Menschen wesentlich gesünder, wenn sie sich ohne wesentliche Unterbrechungen wohnhaft aufhalten.“

Natürlich gibt es auch Skeptiker, die den Fall der Kurve auf die gerne überbewertete Angst der Menschen vor COVID-19 schieben und die Behauptung aufstellen, eine wachsende Mehrheit würde sich schlicht nicht mehr auf die Straße trauen und deshalb auch nicht zum Arzt gehen, daher gäbe es weniger Meldungen.

Dem widerspricht Bogen jedoch resolut: „Es wird bundesweit wie verrückt auf SARS CoV-2 getestet, diese Menschen gehen ja zum Arzt oder zu den Teststationen, und das sind nicht wenige. Nein, der Rückgang der Erkrankten muss einen anderen Grund haben.“

Die Talfahrt der Erkrankungskurve erstaunt auch Kollegen aus anderen Fachbereichen. Besonders unter den Medizinern ist die Aufregung sehr groß – neueste Hochrechnungen gehen von einem Rückgang aller gemeldeten Krankheiten bis zum Ende des Dritten Quartals dieses Jahres von rund 78,39 % aus.

Die offizielle Erklärung dafür ist die heilende Wirkung, die das eigene Zuhause auf Menschen hat. „In unserer sehr hektischen Welt, sind die Menschen grundsätzlich im Stress, die Couch und der Fernseher wirken dahingehend wahre Wunder“, teilt uns eine Sprecherin der Berliner Charité mit. „Denkbar wäre natürlich auch, dass durch die Isolation sich weniger Menschen anstecken, aber das passt leider nicht mit den Prognosen zu den demnächst explodierenden Fallzahlen zusammen und den Intensivbetten, die trotz der dramatischen Pandemie, die mit großen Schritte auf ihren Höhepunkt zusteuert, in vielen Krankenhäusern ungenutzt herumstehen.“

Dieses Paradoxon scheint nicht das einzig Fatale an der Entdeckung in den RKI-Zahlen zu sein. Einige wenige unter den Ärzten spekulieren bereits, was passieren wird, sollte die Kurve der gemeldeten Fallzahlen die Nulllinie unterschreiten. Hinter vorgehaltener Hand wird über ein nur spärlich erforschtes Phänomen spekuliert, den sogenannten „double health effect“, der auftritt, wenn die Zahl der gemeldeten Erkrankungen negativ ist, also wenn praktisch mehr Menschen nicht krank mit einem der definierten Symptome gemeldet sind, als wenn man die Statistik nicht erheben würde.

Sollte sich der geheimnisvolle „Doppel-Gesund-Effekt“ in den aktuellen Entwicklungen bestätigen lassen, würde dies weitreichende gesellschaftliche Folgen haben. So müssten Krankenkassen einen Negativ-Rückvergütungszuschuss auflegen, um die übergesunden Menschen aus ihren Verteilungstöpfen herauszurechnen und sich selbst über zehn Jahre kontrolliert abzuschaffen. Das wird mit hohen Kosten verbunden sein, und muss synchron zum „Doppel-Gesund-Effekt“ jährlich neu angepasst werden. Ebenso müssten Programme zur Subventionierung großer Pharmaunternehmen aufgelegt werden, die Deutschland wegen Gewinnausfällen verklagen könnten. Schäden in Milliardenhöhe könnten allein in diesem Bereich entstehen.

Reinhard Bogen hält diese panische Diskussion jedoch für verfrüht. Als nüchterner Zahlenanalytiker vertritt er den Standpunkt, dass der freie Fall der Kurve vor allem eins zeige: „Wenn die Leute zu Hause bleiben, sind sie gesünder. Man muss wissenschaftlich vorgehen. In den nächsten drei Jahren sollten wir das Land von Anfang November bis Ende April komplett herunterfahren und die Entwicklung in den Erkrankungskurven verfolgen. Wenn sich dort deutliche Korrelationen feststellten lassen, heißt die Devise für die Zukunft: Bleibt alle für immer zu Hause. Aber derart weitreichende Entscheidungen müssen auf einer soliden Datenbasis stehen. Da darf man keine übereilten Entscheidungen treffen, schließlich geht es hier ja um die Volksgesundheit.“

Erst dann könne man um ein dauerhaftes Abschalten des Staates zur Gesunderhaltung seiner Bürger reden, so Bogen. Er ist auch der Meinung, dass wenn wir es schaffen würden, uns zu Hause noch mehr herunterzufahren, also praktisch nicht mehr aufstehen und möglichst wenig atmen würden, dass wir dann sogar den Tod überwinden könnten, einfach dadurch, dass er nicht mehr gemeldet würde, weil gar nicht auffiele, ob einer nur im Bett liegt und nichts tut oder längst verstorben ist.

Fehlen noch der Lebensfunktionenerhaltungstank und das Blaue-Pillen-Gehirnkino, aber da wird es dann wohl Urheberrechtsklagen von den Wachowski-Brüdern hageln.

Quellen:
Grafik vom RKI, danke https://grippeweb.rki.de/

Von Limarå Hèymdai

Autorin, Künstlerin & Systemkritikerin - www.Limara.net

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