Am vergangenen Wochenende haben hundertausende* Demonstranten in Berlin bewiesen, dass ihnen das Schicksal Deutschlands keineswegs derart am Allerwertesten vorbeigeht, wie allgemein hin behauptet.

Am 1. August, dem von ihnen so benannten „Tag der Freiheit“, gaben sich die aus der gesamten Republik zugereisten Corona-Verschwirbler enorme Mühe, durch lautes Singen und Parolen rufen, das Coronavirus maximal kreuz und quer durch alle Altersgruppen und Geschlechter hindurch zu streuen. Behindert wurden sie dabei lediglich durch die warmen Temperaturen von über 25 Grad Celsius, bei denen der kleine Partikel laut Forschung nicht gut überleben kann, doch davon ließen sich die Rechts-Links-Oben-Unten-Verwirrten selbstverständlich nicht abhalten, zu großflächig war im Vorfeld angekündigt worden: „Wir sind die zweite Welle!“

Die prognostizierte zweite Welle kam bislang trotz heeren Predigten der amtierenden Politikinformanten nur langsam in Fahrt, das Ausharren in Angst und Panik wurde auf diese Weise für einen Großteil der Bevölkerung zur wahren Gut-Deutschen-Bewährungsprobe, förmlich einem Spießrutenlauf durch das innere Gedankenfeld, das sich immer mehr dem Zweifel zuneigt, ob alles, was dieser Tage in unserem Land passiert, wirklich so schlussrichtig ist, wie es durch die beitragsfinanzierten Medienhäuser berichtet wird. Keiner möchte umsonst gelitten haben, man möchte sich sagen können, dass es leider notwendig war, Opa allein sterben zu lassen in der Quarantäne, Zweifel an der Gefährlichkeit des Virus sind unschön, um nicht zu sagen lästig, doch sie zwingen sich einem trotz der Meidung alternativer Informationsquellen, doch irgendwann auf, zumindest bis die zweite Welle dann endlich kommt.

Und sie wird kommen.

Dank Berlin.

Dank der Querfront.

Ein Ausbleiben wäre unverzeihlich, nicht verkraftbar für den braven Deutschen, der gehorsam seine Maske trägt und genügsam auf das Ende der Pandemimimi wartet.

Inspieriert durch so viel Demut und den unverrückbaren Starrsinn medientreuer Staatsbürger setzten sich Initiativen wie Querdenken 711 nun tatkräftig für ihre leidensbereiten Mitbürger ein und es gelang ihnen, einen nicht unerheblich großen Teil der mit kritischem Verstand gestraften Deutschen, zu einer Demo in Berlin zu mobilisierten, um der zweiten Welle durch gemeinschaftliches Nicht-Tragen des Mundschutzes und konsequentes Missachten des Mindestabstandes in die Puschen zu helfen. Was die großen BLM-Demos Anfang Juni nicht vermocht haben, rückt nun doch in greifbare Nähe, einzig durch den unermüdlichen Demomob, dem keine Entfernung zu weit, keine Autobahnsperrung zu nervenaufreibend und keine Hetze zu einleuchtend war, um sich vom 9 km Umzug durch Berlin Mitte und der anschließenden Kundgebung Unter den Linden fernhalten zu lassen.

Die zweite Welle wird kommen.

Es wird einleuchtende Erklärungen der Politik zu einen erneuten Shut-Down geben, mit all seinen Insolvenzen, Selbstmorden und Depressionen, die freilich nicht mit dem Überleben aller Deutschen aufgewogen werden können; wir sind mit unserer Leidens … äh Leistungsbereitschaft noch lange nicht am Limit. Das zeigt auch Berlin und was der mutige Einsatz der schrägschlagende Querulantenvereinigung ebenfalls beweist, ist, dass auch sie eine solidarische Seite haben.

Eine Welle für alle und alle für eine Welle.

Ebenso sieht das auch die Berliner Polizei, welche die Versammlung am 1. August etwa anderthalb Stunden vor ihrem Ende auflöste, allerdings völlig gewaltlos und inkonsequent, was dazu führte, dass die verwegenen Virulanten sich bis in den späten Abend mit ihrem Einsatz für die zweite Welle zu einer Party im großen Tiergarten zusammenfanden.
Es wurde gegrölt, gesungen und geknutscht, um das Virus so effizient wie möglich unter das Volk zu mischen.

Die zweite Welle wird kommen, das scheint bei diesen Bildern so gut wie sicher. Keiner wird sein wissenschaftliches Weltbild zu Grabe tragen müssen, niemand wird sich mit lästiger Kritik am bestehenden System befassen oder den Regierungsstil von Mutti in Zweifel ziehen müssen.
Dank der Großdemo wird alles bleiben, wie es ist.
Ein bisschen Komfortzone und Entspannung in Krisenzeiten. Das tut gut.

Wer ihr auch seid, ihr links-rechts-eso-bunten Verschwörungsnazischwirbelköpfe, dafür wird euch die Republik auf ewig dankbar sein!

* +/- 204 673 Personen

Von Limarå Hèymdai

Autorin, Künstlerin & Systemkritikerin - www.Limara.net

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