Ich staune, seit Wochen staune ich.
Danke Corona, ich dachte schon, mir wäre diese wichtige Eigenschaft abhanden gekommen. Was mich tatsächlich mit am Meisten fasziniert, ist der Umstand, wie ungeheuer resistent Menschen gegenüber einem Umdenken sein können. Auch darüber staune ich, denn ich bin bekennende Sapiens-Forscherin und Sapiens-Beobachterin, stets angetrieben von der Frage: Warum tun wir, was wir tun?

Vor allem jener große Massenanteil von uns, der als der Mainstream – sehr schön: der Hauptstrom – bezeichnet wird. Das ist ein gutes Bild, nicht wahr? In der Mitte des Flusses ist die Strömung am stärksten und wenn sie einen einmal mitgerissen hat, ist es zuweilen sehr schwierig, wieder in die beruhigten Randbereiche oder gar ans Ufer zu gelangen.

Und ganz schlimm wird es bei Stromschnellen.

Ich bin in einer fränkischen Kleinstadt aufgewachsen, deren Altstadt zum Weltkulturerbe gehört, und auf der historischen Steinbrücke hat mir mein Vater schon vor dreißig Jahren erklärt, als ich noch ein kleiner Pimpf war, dass es dort unten in den Strudeln unter der Brücke sehr gefährlich ist. Er sagte, sie zögen einen runter und sogar ein so guter Schwimmer wie er würde nicht mehr nach oben gelangen. Das hat sich tief eingegraben bei mir; diese Vorstellungen von Wassermassen, die sich umwälzen und dich mit runterziehen, egal wie stark du strampelst.
Der Mainstream. Er wird aktuell zu einer nahezu unkontrollierbaren Stromschnelle, wird von komplexen Gruppendynamiken und hintergründigen Prozessen unumkehrlich über die spitze Klippe der Angst getrieben und dort im freien Fallen verwirbelt sich alles, was wir kannten, alles, was wir bislang als stabil und normal erfahren haben; Denunzieren ist zur neuen Solidarität geworden, der Ausnahmezustand zum Alltag. Und es reißt uns, die so genannten Alternativen, die wir es gewohnt waren, eher am Rand zu schwimmen mit unseren Meinungen und unserer Lebensführung, gnadenlos mit, direkt in den Strudel, ins Epizentrum der Dynamik.

Der Feind ist unsichtbar, aber die Querdenker, die Maskenverweigerer und die Verschwörungstheoretiker sind es nicht. An ihnen, an diesen wunderbar physischen, verwundbaren Menschen kann man jetzt alles aufhängen: Die Maskenpflicht an sich, den Anstieg der Fallzahlen und für die zweite Welle werden wir wegen unseres Ungehorsams auch verantwortlich gemacht werden. Leute gehen auf die Straße: Demonstranten oder Gefährder? Wie will man das genau sagen, es wirbelt doch so sehr, Zahlen rauschen in unseren Köpfen. Wir sind vollgestopft bis unter die Haarwurzeln mit Horrormeldungen und Schreckensbildern, Statistiken statt Synapsen! Durch die mit Angst durchsetzte Strömung werden wir in allem verschoben, was uns bislang Halt gab – die Familie, die Arbeit, das Leben, das der eigenen Gestaltung unterlag und nun vom Diktat des selbsternannten Krisenmanagements bestimmt wird.

Wenn das alles wegfällt, was bleibt dann?

Blindes Vertrauen in die Regierung oder doch gleich der Strick?

Dinge werden absurd und immer undurchsichtiger. Es gibt keine Testgruppe. #Coronadeutschland ist keine Doppelblindstudie, meint: Wir haben keine zweite Version unseres Landes und unserer Gesellschaft, an der wir ablesen könnten, wo und wie wir wären, hätten wir den Lock-Down nicht gemacht.

Es gibt Schweden, aber das zählt nicht. Schweden sind keine Deutschen. Die Ergebnisse werden tot diskutiert oder ignoriert. Drosten redet mittlerweile von Hintergrundimmunität und einer zweiten Welle.

Es ist das Ende der faktenbasierten Entscheidungen.

Und in diesem Momentum des beginnenden Coronazeitalters frage ich mich: Wer gewinnt bei alle dem, und wer nicht?

Tatsächlich halte ich das für eine äußerst relevante Frage.
Herr „den kann man sich“ Spahn würde womöglich antworten: „Die Menschen in Deutschland gewinnen, all jene, die nun nicht sterben müssen und die ihre alten Angehörigen nicht verfrüht verlieren.“

Für mich fallen derlei Antworten in die Rubrik emotionale Kriegsführung.
Ernst jetzt. Den Tod ins Feld zu führen, ist wie die Megabombe zünden, es heißt ja nicht umsonst Totschlagargument. Der Tod ist die argumentative Reißleine in jedweder Diskussion, weil er keinen akzeptierten Platz in unserer Gesellschaft hat. Wir haben ihn verlernt und deswegen können wir ihm nicht begegnen, wenn er uns argumentativ gegen die Brust geknallt wird.

Man stelle sich mal vor, es würde sich anders verhalten, was, wenn wir alle den Tod als etwas Gutes und Heilsames betrachten würden. Wenn er die sanfte große Hand wäre, die uns hinfort hebt und an deren Druck wir ermessen wie inspirierend und sinnstiftend unser Leben war – eine Art ruhige besinnliche Begegnung, ein gemeinsames bewusstes Zurückblicken auf der Schwelle in eine andere Realität … Es könnte so sein, ist es aber nicht, und die Vertiefung in diese Naturgewalt und ihre Rückführung in den Kreis der Menschenfamilie bedarf in meinen Augen eines eigenen Essays.

Ich finde, jede Leserin und jeder Leser kann sich die Frage für den Moment im Stillen selbst beantworten: „Habe ich gewonnen? Ist mein Leben durch die Entscheidungen unserer Politik reichhaltiger und besser geworden? Habe ich das Gefühl, mein Leben und das meiner Familie und meiner Liebsten gewonnen zu haben, bei dem, was hier aktuell passiert?“

Ich möchte derweil auf einen anderen Punkt eingehen und zwar auf die Faktenschlacht.

Der so genannte Mainstream ist deutlich im Vorteil, er hat das Flussbett über Jahrzehnte hin nach seinen Wünschen ausgeformt und seine perfektionierten Strukturen darin etabliert, die Öffentlichen haben genug Geld durch die Zwangsgebühren, welche die meisten Bundesbürger widerstandslos zahlen, die Massenmedien haben nach wie vor Rückhalt durch ein Image, das sie sich durch ihre einstigen Formate im Fernsehen, Rundfunk und Print erworben hatten; damals, als kein Internet existierte und wir nicht von der Notwendigkeit zu „hipper-schneller“ und „schriller-aktueller“ getrieben waren, als es noch Zeit und Muse gab für gut und kritisch recherchierte Inhalte a la ARTE. Nein, ich werde nicht von ARTE bezahlt und dies soll auch kein Klanggesang auf die gute alte Zeit sein, ich möchte lediglich betonen, dass unsere altbekannten Medienhäuser aus einer Zeit stammen, in der sie sich fundamentales Vertrauen aufbauen konnten und von diesem zehren sie nach wie vor. Auf diesem Wohlwollen der Zuschauer haben sie ihr Informations – und ich muss leider sagen – mittlerweile Propagandaimperium errichtet.

Was die Tagesschau sagt, ist somit Gesetz.

Deswegen darf ein Bill Gates dort auch eine neunminütige Ansprache zum Thema Gesundheit und Impfen halten. Wenn die Tagesschau das bringt, dann ist es wichtig, und wenn keiner dem Mann kritische Fragen stellt, dann ist es auch richtig, was er da sagt.

Gegen dieses Bollwerk aus Richtigkeitsanspruch wogt bereits seit Jahren die Welle der so genannten alternativen Medien an, die vor allem den Bereich der visuellen Berichterstattung stark und mannigfaltig für sich erschlossen haben. Erstaunlicherweise passiert dort seit Jahren das, was man für sein zwangsweise abgegebenes Geld vom öffentlich-rechtlichen Bereich erwartet – Vielfalt im Bereich von Themen, für die man zuweilen mehrere Anläufe braucht, um sie zu bewältigen.
Freilich haben sich viele der alternativen Sender ein Feld an Aufmerksamkeit vor allem auch daher errungen, da sie eben jene Themen aufgriffen, die der Mainstream schmäht und hinter denen sich erhebliche Ladungen aus Frust, Ungerechtigkeiten und Systemfehlern verbergen – Beispiel Rundfunkgebühren, Beispiel NSU-Skandal, Beispiel 9/11, Beispiel „Flüchtlingskrise“ … All diese Eiterpusteln an den Rändern unserer perfekt durchgestylten Dekokratie, jene juckenden Stellen, die der Mainstream nur mit dem Abdeckstift der Ignoranz zu behandeln in der Lage ist, da jede eingehendere Betrachtung früher oder später zu dem Podest führt, auf dem er selbst thront.

Es ist eine ungleiche Schlacht, ein Kampf der Gewohnheiten – Tagesschau um acht – gegen die selbsterwählten Formate rund um die Uhr, frei nach Interesse und Misstrauenspegel. Auf der großen Videoplattform mit dem roten Logo könnte man sich bis ans Ende seines Lebens mit alternativen Ansichten volllaufen lassen, man kann sein Misstrauen und seinen Wissensdurst damit befrieden, sich mit Informationen konfrontieren, die einem die Haare nach innen ziehen, oder sich beständig Futter für die eigene Entrüstung und das eigene paranoide Weltbild besorgen.

Zuweilen ist der Unterschied zwischen Mainstream und Alternativ gar nicht mehr so groß, was den Faktor des Konsumverhaltens angeht.

Den wesentlichen Unterschied macht einzig und allein:

Das Geld.

Ohne Witz.

Menschen in den etablierten Medien verdienen weit mehr Geld, als Leute, die ihren kleinen Youtube-Kanal bespielen. Ja, man kann seinen Kanal monetarisieren und ja, es gibt auch einen Haufen Figuren dort, die damit nicht unerheblich Geld verdienen, dennoch steht dies in der Regel nicht im Verhältnis zu dem, was in der Infrastruktur der großen eingesessenen Medienhäuser umgesetzt wird, mal ganz abgesehen von Leuten, die eigentlich einen Kanal zu ganz anderen Themen betreiben, aktuell durch die Corona-Krise jedoch derart mit den Missständen der offiziellen Berichterstattung konfrontiert wurden, dass sie beschlossen, Videos zu dem Thema zu machen, um Informationslücken zu schließen und/oder, um die Menschen, die ihre Inhalte regulär verfolgen, über die Ungereimtheiten und hintergründigen Machenschaften in der gesamten Affaire aufzuklären. Und ja, mit Sicherheit ergattern derartige Kanäle dadurch noch ein paar mehr Abonnenten, und ja womöglich springen an der ein oder anderen Stelle deshalb auch ein paar Euros mehr bei raus, dennoch muss man sich die Frage stellen, was gewinnen Fitness-Coachs, selbstständige Berater und Ärzte, wenn sie ihr Gesicht oder ihren Namen hinhalten, um über haarsträubende Unlogik und Absurditäten Covid-19 betreffend zu berichten, die in der gegenwärtigen Krise an allen Ecken und Ende aus dem Flickenteppich der panikgetriebenen Entscheidungen und des politischen Ego-Kabaretts herauswuchern?
Im besten Fall Prestige im schlechtesten Fall erleiden diese Menschen einen Gesichtsverlust, wenn man sie später (und zuweilen auch jetzt schon) als Panikmacher, System-Hysteriker oder gar (man halte sich fest!) Verschwörungstheoretiker durch die digitalen Straßen und Gassen des World Wide Web peitscht.
Warum also bemühen sich diese Leute, vom Mainstream ignorierte Informationen auf unsere Bildschirme zu bringen, wenn sie doch nur wenig dabei zu gewinnen haben?
Ich behaupte an dieser Stelle, dass sie schlicht und ergreifend besorgt sind und helfen wollen; da ist ein gewisses Maß an Selbstlosigkeit dabei.

Helfen zu wollen behaupten auch Leute wie Bill Gates. Ich finde, der Mann hat uns genug geholfen mit Windows. Ein Betriebssystem ist zumindest etwas, dass ich wieder deinstallieren kann. Bei eilfertig durchgetesteten und fahrlässig zugelassenen Medikamenten und Impfstoffe geht das nicht. Ein Festplatte kann ich formatieren, wenn sich allzu viele Softwarefehler und Bytes-Schrott darauf ansammeln, ein kleines, sich in Entwicklung befindendes Gehirn jedoch von Schwermetallen und Chemikalien befreien, ist ein wahnsinnig schweres wenn nicht gar unmögliches Unterfangen.
Lieber Bill, womöglich wissen Sie es nicht, aber Menschen sind Säugetiere, keine Maschinen, seit der Entdeckung und Einführung von Impfungen sind große Schritte in verschiedenen Bereichen der Biologie gemacht worden, von Experten, die im Gegensatz zu Ihnen, Ahnung von der Materie des menschlich-biologischen Systems haben, und diese neuen Erkenntnisse zeigen ganz deutlich weg von der „Ein-Mittel-für-alle-Lösung“.
Große Unternehmen sind träge Dampfer (wir erinnern uns an die Titanic), ein kleines agiles Segelboot wäre dem Eisberg vermutlich ausgewichen. Das Überleben solcher Firmen hängt davon ab, dass viele viele Menschen glauben, dass sie ein gesünderes Leben durch die Produkte dieser Konzerne haben können. Es ist das alte Spiel mit der Bequemlichkeit und der Selbstverantwortung. Manchmal denke ich, dass Roche, Bayer und Co eigentlich das verkaufen, verpackt als bunte Tabletten, Pillen und Infusionen. Die Verführung ist sehr groß und daher auch die Bereitschaft wegzuschauen und zu glauben, dass diese börsendotierten Geschäftsgiganten nur mein Bestes im Sinn haben. Ich wage sogar zu behaupten, dass die sieben Milliarden Menschen den Chefetagen dieser Konzerne weitgehend egal sind; egal, weil sie nicht anwesend sind. Milliarden Menschen existieren in den Besprechungsräumen und Laboren lediglich als Durchschnitte und Zahlen in Statistiken. Seit Jahren werden die Standardwerte für Cholesterin immer weiter gesenkt, so dass Menschen, die vor zwanzig Jahren gesund waren, laut Wert nun ein Cholesterinproblem haben. Die Industrie und die Menschheit trennt eine große Kluft und diese vertieft und erweitert sich immer mehr, je länger die Nullenketten auf den Bankkonten einiger weniger Firmeninhaber und Manager werden und die große Mehrheit der Sapiens nicht bereit ist, sich ein neues und eingehenderes Bild von der Beschaffenheit ihrer Selbst, ihres Körpers, ihrer Seelen und der damit einhergehenden Prozesse zu machen, die das Leben als Herausforderung und große Reise mit sich bringt. Gesundheit und Sinn wurden entkoppelt, sie müssen wieder in uns zusammenfinden. Es wird produziert, es wird konsumiert. Gott, den man in dieser problematischen Lage ggf noch fragen und bemühen könnte, hat die Bühne längst dem großen Geld überlassen und dem wird gehuldigt.

Ein Gottesdienst, der sich maßgeblich in Werbesendungen und den stromlinienförmigen Formulierungen der Meinungsmacher und leider auch vieler Ärzte vollzieht.

Ob Covid-19 wirklich wahnsinnig gefährlich und todbringend ist, wissen wir mit Sicherheit erst im nächsten Jahr, wenn das Virus mutiert ist und aus der 19 eine 20 wird, so wie in diesem Jahr aus der 18 die 19 geworden war. 1974 wurde bereits eine sehr umfassende Studie zu den Coronaviren und deren epidemiologischen Verläufen gemacht, heißt: es gab sie damals schon und es wird sie immer geben, womöglich wird uns Covid-358 überleben, das ist schwer abzuschätzen.

Mit sehr hoher Gewissheit kann man aber Aussagen zu Gewinnspannen treffen, die sich auftun, wenn 83 Millionen Menschen in Deutschland verpflichtet werden, einen Impfstoff verabreicht zu bekommen, der gegen die 19 immun macht, und dann gegen die 20, die 21, usw …

Wer von den 83 Millionen Individuen dieses Impfroulett verliert, wird sich zeigen. Impfungen sind nicht nebenwirkungsfrei und es trifft immer irgendwen.

Wer gewinnt, wer verliert?

In einer Studie mit sechs Probanden zur Gefährlichkeit von „Russisch Roulette“, haben fünf bestätigen können, dass das Spiel vollkommen ungefährlich und nicht lebensbedrohlich ist. Doch ist es edel oder gar menschlich, solche Studien zu machen, nur weil man es kann, und weil die Herstellung von Revolvern und Patronen Arbeitsplätze sichert?

In meinen Augen gilt es, bereits davor anzusetzen und den Revolver, selbst wenn er nun da ist, nicht zur Hand zu nehmen und sich dieser perfiden Art der Gesundheitsvorsorge gar nicht erst auszusetzen. Womöglich gelangen wir dann eines Tages an den Punkt, an dem wir entscheiden, dass wir ein solches Gerät gar nicht erst herstellen, und dann noch ein paar Jahrhunderte später haben wir vergessen, dass es solche Dinge je gegeben hat und wir stellen fest, dass alle gewonnen haben, in einer Welt ohne Waffen, Studien und die Gesundheit als Geschäftsmodell.

von Limarå Hèymdaiwww.limara.net

Von Limarå Hèymdai

Autorin, Künstlerin & Systemkritikerin - www.Limara.net

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